Portrait of a Women
Louis Anquetin
Portrait of a Women
Louis Anquetin
Europe Switzerland CH St.Gallen Zurich
Auszug aus einem Brief an Gräfin Margot Sizzo-Noris-Crouy zum Verlust eines geliebten Menschen.
Worte …, können es solche der Tröstung sein? – Ich bin dessen nicht sicher, ich glaube auch nicht recht, dass man sich über einen Verlust von der Plötzlichkeit und Größe dessen, den Sie erlitten haben, trösten kann oder soll …
„Wehe denen, die getröstet sind“, so ähnlich notiert die mutige Marie Lenéru in ihrem merkwürdigen „Journal“, und hier wäre ja auch Trost eine der vielen Ablenkungen, eine Zerstreuung, also im Tiefsten ein Leichtsinniges und Unfruchtbares. – Selbst die Zeit „tröstet“ ja nicht, wie man oberflächlich sagt, sie räumt höchstens ein, sie ordnet, – und nur weil wir die Ordnung, zu der sie so still mitwirkt, später so wenig genau nehmen, ja sie so wenig betrachten, dass wir das nun Eingestellte und Besänftigte, im großen und ganzen Versöhnte, statt es dort zu bewundern, nur weil es uns nicht mehr so wehe tut, für eine unsrige Vergesslichkeit und Schwäche des Herzens halten. Ach wie wenig vergisst es, das Herz – und wie stark wäre es, wenn wir ihm nicht seine Aufgaben entzögen, ehe sie völlig und eigentlich geleistet sind! – Nicht sich trösten wollen über einen solchen Verlust, müsste unser Instinkt sein, vielmehr müsste es unsere tiefe schmerzhafte Neugierde werden, ihn ganz zu erforschen, die Besonderheit, die Einzigkeit gerade dieses Verlustes, seine Wirkung innerhalb unseres Lebens zu erfahren, ja wir müssten die edle Habgier aufbringen, gerade um ihn, um seine Bedeutung und Schwere, unsere innere Welt zu bereichern … Ein solcher Verlust ist, je tiefer er uns trifft, und je heftiger er uns angeht, desto mehr eine Aufgabe, das nun im Verlorensein hoffnungslos Betonte neu, anders und endgültig in Besitz zu nehmen: Dies ist dann unendliche Leistung, die alles Negative, das dem Schmerz anhaftet, alle Trägheit und Nachgiebigkeit, die immer einen Teil des Schmerzes ausmacht, auf der Stelle überwindet, dieser ist tätiger, innen wirkender Schmerz, der Einzige, der Sinn hat und unserer würdig ist.
Rainer Maria Rilke
... und der Tag kommt wo es kein meinen ist
... einfach ein schönes Lied
... George Moustaki
George Moustaki hat wohl die Altersmilde gefunden