Ich glaube ja im ganzen nicht, dass es darauf ankommt, glücklich zu sein, in dem Sinne, wie die Menschen es erwarten, aber dieses mühsame Glück kann ich so unendliche begreifen, das darin liegt, dass man mit einer entschlossenen Arbeit Mächte aufweckt, die selbst an einem zu arbeiten beginnen
Rainer Maria Rilke
Jessica, il mio piccolo grande amore
Im September 1986 auf der Insel Elba, in der Nähe von Porto-Azzuro lernten wir das Baby Jessica am Strand kennen. Das Baby war vor einigen Wochen am 30. Juli 1986 geboren und schon auf seiner ersten grossen Reise. Wir schlossen sie ins Herz, ins Herz, ins Herz, blond, pummelig und süss. Zur Patenschaft wollte und konnte ich nicht nein sagen und hätte mich darum wenn nötig auch gestritten. Es war all die Jahre eine immerwährende Freude mit Jessica, manchmal unterbrochen von heulen, brüllen, schreien und gezetert, ... und danach wieder Ruhe, wieder lieb sein, wieder lächeln, wieder strahlen und Freude bereiten.
Jetzt ist sie längst eine erwachsene Frau, steht mitten im Leben. Sie kann so vieles, lieb sein, fröhlich, sieht gut aus, baute auch Scheiss (wer nicht und gehört zum guten Leben), hat meistens alles super hingekriegt, ist intelligent, ordentlich, zuverlässig und befindet sich auf dem Weg zurück ins Leben. Wir haben Schönes und Schweres durchgestanden und immer wieder Hoffnung und gute Zeiten gefunden.
Jetzt müsste ich mal nach Göttingen, sie besuchen, sie sehen, staunen, verstehen und froh sein.