Jeanne Hébuterne
mit grossem Hut
Jeanne Hébuterne
mit grossem Hut
Europe Switzerland CH St.Gallen Zurich
Meine Seele hat es eilig
Ich zählte meine Jahre und entdeckte, dass mir weniger Lebenszeit bleibt als die, die ich bereits durchlebte.
Ich fühle mich wie jenes Kind, das eine Packung Süßigkeiten gewann: Die ersten ass es mit Vergnügen, doch als es merkte, dass nur noch wenige übrig waren, begann es, sie wirklich zu geniessen.
Ich habe keine Zeit mehr für unendliche Konferenzen, wo man Statuten, Normen, Verfahren und interne Vorschriften diskutiert; wissend, dass nichts erreicht wird.
Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.
Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmässigkeit zu kämpfen.
Ich will nicht in Versammlungen sein, wo aufgeblähte Egos vorbeimarschieren.
Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.
Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Stellen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.
Ich verabscheue die Schwächen der Emporkömmlinge, wo immer ich sie sehe.
Die Menschen diskutieren keine Inhalte, kaum einmal die Überschriften.
Meine Zeit ist zu knapp, um Überschriften zu diskutieren.
Ich will das Wesentliche, meine Seele hat es eilig …
Ohne viele Süßigkeiten in der Packung ...
Ich möchte neben Menschen leben, die menschlich, sehr menschlich sind.
Die lachen können, auch über ihre Fehler.
Die sich nichts einbilden, auf Ihre Erfolge.
Die sich zu nichts berufen fühlen, vor der Zeit.
Die nicht fliehen, vor ihrer Verantwortung.
Die für etwas eintreten, auch für die Würde des Menschen.
Und die nur an der Seite der Wahrheit und der Rechtschaffenheit gehen möchten.
Das Wesentliche ist das, was das Leben wirklich lebenswert macht.
Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die das Herz Anderer zu berühren wissen ...
Menschen, denen die schweren Stunden des Lebens beibrachten, zu wachsen mit sanften Berührungen der Seele.
Ja... ich habe es eilig ... um mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
Ich versuche, keine der Süßigkeiten zu verschwenden, die mir noch bleiben ...
Ich bin sicher, dass sie köstlicher sein werden als die, die ich bereits gegessen habe.
Das Gedicht wird oft dem brasilianischen Schriftsteller Mário de Andrade zugeschrieben, doch soll sein wahrer Autor der brasilianische Schriftsteller Ricardo Gondim sein.